Volkswagen kündigt Tarifverträge: 50.000 Stellen sollen weltweit wegfallen
Autor:
Lena Sommer
Volkswagen kündigt mehrere Tarifverträge aus dem Haustarif und baut zusätzlich rund 50.000 Stellen weltweit ab. Der Aufsichtsrat hat den dazugehörigen Zukunftsplan 2030 einstimmig beschlossen. Für die Personalwirtschaft des Konzerns bedeutet das einen der tiefsten Einschnitte der jüngeren Firmengeschichte.
- Volkswagen will 50.000 Stellen weltweit abbauen, die Hälfte davon in Deutschland.
- Vier deutsche Werke sollen zwischen 2031 und 2034 ihre Produktion einstellen.
- Der Konzern plant eine Umsatzrendite von 9 % und ein um ein Viertel kleineres Management.
- Erika Rasch übernimmt zum 1. Oktober 2026 den Personalvorstand.
Volkswagen kündigt Tarifverträge und streicht 50.000 Stellen
Nach Angaben aus dem Zukunftsplan 2030 will Volkswagen mehrere Tarifverträge kündigen. Gleichzeitig sollen zusätzlich rund 50.000 Stellen weltweit wegfallen, die Hälfte davon in Deutschland. Konzernchef Oliver Blume erklärt dazu, der Stellenabbau solle über freiwillige Instrumente wie Rente, Altersteilzeit und natürliche Fluktuation erfolgen.
Auslöser ist ein kräftiger Rückgang beim Gewinn: Im zweiten Quartal 2026 fiel er gegenüber dem Vorjahr um 32,9 %, von 2,29 Milliarden Euro auf nur noch 1,54 Milliarden Euro. Der Konzern peilt bis 2030 eine Umsatzrendite von 9 % an und will das Management um ein Viertel verkleinern.
Wen der Stellenabbau betrifft
Besonders betroffen sind die Standorte Emden und Zwickau, an denen die Produktion 2031 enden soll, sowie Hannover (2032) und Neckarsulm (2034). Auch die Tochter Porsche steht vor Einschnitten: Porsche-Chef Michael Leiters spricht von 5.000 geplanten Stellenstreichungen in eigener Verantwortung.
Für das Werk Osnabrück zeichnet sich eine andere Lösung ab: Niedersachsen und der Investor Aurelius Capital wollen den Standort übernehmen. Von aktuell 1.800 Mitarbeitenden soll für rund 1.400 von ihnen eine Beschäftigungsperspektive bis Ende 2029 geschaffen werden.
Was der Arbeitgeber trotz der Einschnitte bietet
Volkswagen betont, der Abbau solle sozialverträglich ablaufen. Statt Kündigungen setzt der Konzern laut Blume auf Altersteilzeit, vorzeitigen Ruhestand und das Auslaufen befristeter Stellen durch natürliche Fluktuation. Mit Erika Rasch übernimmt ab dem 1. Oktober 2026 eine neue Personalvorständin die Umsetzung dieser Maßnahmen.
Für den Standort Osnabrück bedeutet der angestrebte Verkauf an Niedersachsen und Aurelius Capital, dass ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze zumindest mittelfristig erhalten bleiben könnte, auch wenn der Konzern selbst sich dort zurückzieht.
Was die Kündigung der Tarifverträge für Bewerber bedeutet
Wer sich bei Volkswagen bewirbt, sollte die Kündigung der Tarifverträge als Signal werten, dass sich Konditionen und Standortstrukturen in den kommenden Jahren spürbar verändern. Besonders an den Werken mit auslaufender Produktion dürfte die Zahl neuer Stellen sinken, während der Konzern an anderer Stelle Personal für neue Strukturen sucht.
Die geplante Verkleinerung des Managements um ein Viertel betrifft vor allem Führungspositionen. Für Fachkräfte in Produktion und Technik hängt die künftige Beschäftigungslage stark vom jeweiligen Standort ab.
Tipps für Beschäftigte und Bewerber bei Volkswagen
- Informieren Sie sich vor einer Bewerbung gezielt über die Zukunftsperspektive des jeweiligen Standorts.
- Prüfen Sie bei bestehenden Verträgen, ob und wie die Kündigung der Tarifverträge Ihre Konditionen betrifft.
- Beschäftigte an den Werken Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm sollten frühzeitig Alternativen innerhalb oder außerhalb des Konzerns prüfen.
- Wer in Osnabrück beschäftigt ist, sollte die Entwicklung rund um die mögliche Übernahme durch Niedersachsen und Aurelius Capital verfolgen.
- Bewerber für Führungspositionen sollten die angekündigte Verkleinerung des Managements bei der Karriereplanung berücksichtigen.