65 % der Büroangestellten nutzen KI heimlich – ohne Wissen des Arbeitgebers
Autor:
Lena Sommer
Immer mehr Beschäftigte greifen im Job heimlich auf künstliche Intelligenz zurück. Laut einer Studie der IMC Krems nutzen 65 % der befragten Büroangestellten KI-Werkzeuge ohne Zustimmung ihres Arbeitgebers. Der Nachrichtenagentur GmbH pressetext zufolge versuchen Arbeitnehmer zudem gezielt, den Ursprung ihrer KI-unterstützten Arbeitsergebnisse zu verschleiern.
Was sich bei der KI-Nutzung ändert
Die Zahlen zeigen ein klares Muster:
- 65 % der Büroangestellten nutzen KI ohne Erlaubnis des Arbeitgebers
- 50 % prüfen KI-Ergebnisse nicht oder nicht durchgehend auf Richtigkeit
- 34 % teilen vertrauliche Daten mit öffentlichen KI-Plattformen
- 50 % ignorieren bestehende KI-Unternehmensrichtlinien
- Etwa 33 % der Arbeitnehmer halten KI-bezogenes Wissen laut pressetext vor Kollegen oder Arbeitgebern zurück
Für die Studie der IMC Krems wurden 274 Büroangestellte befragt. Pressetext weist zusätzlich darauf hin, dass Arbeitnehmer aus Angst vor Arbeitsplatzverlust den Einsatz von KI verschleiern.
Wen die heimliche Nutzung von KI betrifft
Betroffen sind vor allem Büroangestellte in kleinen und mittleren Unternehmen. Nach Einschätzung des Wirtschaftsforschers Peter Voithofer unterschätzen gerade kleine und mittlere Betriebe sowie Kleinstunternehmen, wie schnell sich der Arbeitsalltag durch künstliche Intelligenz verändert. Das betrifft Bewerber ebenso wie langjährige Mitarbeiter, die sich mit neuen Werkzeugen auseinandersetzen müssen.
Was Arbeitgeber gegen heimliche KI-Nutzung tun können
Eine befragte Expertengruppe kommt laut der Studie zu dem Schluss, dass Verbote von KI am Arbeitsplatz wirkungslos bleiben: Mitarbeiter umgehen sie trotzdem. Daher wird Unternehmen geraten, stattdessen auf Orientierung, Begleitung und gezielte Weiterbildung zu setzen. Wer diesen Weg gehe, könne sich laut der Experten sogar einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Die IMC Krems kündigt bereits eine Folgestudie an, die sich mit Produktivitätssteigerungen durch KI befasst. Im Fokus stehen dabei kleine und mittlere Unternehmen aus Österreich.
Was heimliche KI-Nutzung für Bewerber bedeutet
Für Bewerber und Beschäftigte zeigt die Entwicklung zweierlei: Zum einen wächst der Druck, KI-Kompetenzen zu zeigen, ohne dabei firmeninterne Regeln zu verletzen. Zum anderen entsteht ein Vertrauensproblem, wenn Arbeitgeber nicht wissen, welche Werkzeuge tatsächlich zum Einsatz kommen. Ein offener Umgang mit KI im Bewerbungsgespräch kann sich daher als Vorteil erweisen.
Tipps für Bewerber im Umgang mit KI-Nutzung
- Fragen Sie im Vorstellungsgespräch aktiv nach den KI-Richtlinien des Unternehmens
- Weisen Sie offen auf KI-Kenntnisse hin, statt sie zu verschweigen
- Prüfen Sie KI-Ergebnisse immer auf inhaltliche Richtigkeit, bevor Sie sie weiterverwenden
- Geben Sie niemals vertrauliche Daten in öffentliche KI-Plattformen ein
- Nutzen Sie angebotene Weiterbildungen zu KI-Werkzeugen, um sich am Arbeitsmarkt abzuheben